Dijon

Und dann sah es gut aus, aber….. Man frühstückt rudimentär französisch und fragt sich, wie diese 6 € annähernd gerechtfertigt sind, setzt sich bei Sonnenschein aufs Motorrad, und fährt los. Sind ja nur 280 km. Aber schon nach 30 km kommt der der leichte Regen. Nach 60 der mittelstarke, und dann…. Nur noch der Horror. Zumindest kann ich sagen, dass das, was ich käuflich erworben habe, eine gute Wahl war. Namen erst bei Zahlung( nie beeing sponsored). Dann kommt man nach Dijon, und denkt , ok, jetzt bist du wirklich krank. Aber diese Stadt ist schön und hat genau den spirit, den man will, wenn man wegfährt. Der Senf kommt nicht aus allen Löchern, sondern die Stadt lebt mit ihrer eigenen Kultur. Ich versuche in dem einen oder anderen Bistro meine Sprachkenntnisse aufzufrischen, habe nochmals einen kulinarischen Hochgenuss( ich ziehe alle Strippen vor Afrika) Und gehe zu früh schlafen….

Colmar

Ich bin zwar immer noch krank, habe aber auch nicht vor, mit Andy Weihnachten zu feiern( wenn du anfängst, über die Farbe des Lamettas zu streiten, hört es auf). Um 12 und damit reichlich spät geht es auf nach Colmar ins hoffentlich schöne Elsass. Die Fahrt verläuft trocken und und dank Navi interessant. Mal über die Bahn, mal über Landstrasse. So kommt keine Langeweile auf und ich kann die BMW auch mal in engeren Kurven testen. Trotz des hohen Gewichts lässt sie sich gut manövrieren. Mal gucken, wie das aussieht, wenn Nina auch noch dabei ist…. 16 Uhr komme ich in Colmar an und finde auch schnell das erwählte Hotel. Die Campingplätze sind hier alle schon geschlossen und in meinem Zustand hätte ich mich wahrscheinlich eh für ein beheiztes Zimmer entschieden. Abrödeln, Gepäck in 2. Stock schleppen und völlig durchgeschwitzt duschen. Danach ab in die mittelalterlichen Gassen von Colmar. Das Ankunftsbier teile ich mit Ricky aus Australien, der mich auch sofort zu sich nach Queensland einlädt. Na bis dahin sind es noch einige Kilometer, aber wer weiss. Ich bin platt und geniesse nur noch einige kulinarische Köstlichkeiten der Region ( Schnecken und Foie Gras), bevor ich ins Bett falle.

Tot

Ich wach morgens um 8 auf und merke. Man Frank, du bist richtig krank. Also weiterschlafen und hoffen, das sich alles später entspannt. Aber weit gefehlt. Husten, Schnupfen, Heiserkeit.Die beiden alten kranken Senioren schleppen sich gerade mal zum Frühstück und dann zurück aufs Sofa. Also Tatort und nicht Motorrad heute. Egal, dann halt morgen….

Abfahrt immer blöd

Aller Anfang ist schwer. Nach wiederwilligem Frühstück bedingt durch die Aufregung und dem damit verbundenen unruhigen Magen, bin ich Abfahr fertig und meine anwesenden Freunde frösteln vor sich hin, denn alle warten auf Sebastian. Erst bin ich etwas sauer, aber als ich erkenne, das er so ein bisschen  Tränen in den Augen hat, wechselt das Gefühl von mir in Rührung und ich muss mich zusammenreissen. Eine letzte Umarmung und es geht los. Ja aber nicht auf die Bahn sondern erst mal zu Lisa und Martin, zwei alte Freunde und Nachbarn. Noch ein Kaffee und weiter zu Manni und Claudi. Noch eine Zigarette…. aber dann. Um 15 Uhr gehts endlich los und das bei Temperaturen um 6 Grad. Musik aufs Ohr und ab über die Bahn nach Wiesbaden. Zumindest regnet es trotz Vorhersage nicht. Ich bin froh, ein Navi dabeizuhaben, denn die letzen Kilometer durch Dunkelheit auf einsamen Waldstrassen hätten meine Orientierung überfordert. Um 18 Uhr erreiche ich meinen alten Freund Andreas, der mich zu einer Übernachtung eingeladen hat. Vielleicht keine so gute Idee, denn er ist schwer erkältet. Trotzdem kann ich ihn zu einigen Abschiedsbieren überreden. Und so nimmt der Abend seinen Lauf.

Ein Weg entsteht, wenn man ihn geht

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In der Hoffnung, den richtigen Weg zu finden, mach ich mich auf und versuche einen Traum zu realisieren, der schon seit Jahren in meinem Kopf schwebt. Und jetzt wird es dann auch mal Zeit mit dem Traum , denn Stützräder am Motorrad sehen blöd aus. Ohne das es pathetisch rüberkommen soll, muss ich aber noch anmerken, dass diese Reise nicht realisierbar gewesen wäre, ohne die unglaubliche Hilfe von Stephie, Ralf und Gabi, Manni und Claudi. Ich danke euch von Herzen. Aber auch die Unterstützung von Kalla, Zjeiko, Diether, Andy, Klaus ,Cornel, Seb und Kata ,Ralf, Martin, Tobi, Lisa und Steffi haben dieses Vorhaben erst möglich gemacht. Ohne Freunde geht sowas halt nicht. Am schönsten ist es aber, eine solche Reise nicht allein machen zu müssen. Nina, ich freu mich auf dich in Barcelona.