Ab nach Mocambique
Posted in Uncategorized on March 20th, 2012 by adminJetzt hab ich einen dicken Hals. Gerade ist eine Biene in meinem Helm geflogen und hat mir in ihremTodeskampf kurz alles zu spüren gegeben, was sie noch an Gift zu bieten hatte , dann kommt die Kelle der moçambiquanischen Polizei. 30 € für angeblich 20km zu schnellen Fahrens. Dicker kann er gar nicht mehr werden, der Hals. Ok, ich schau mir das stolz präsentierte Bild auf dem Monitor an und fang an zu handeln. Kein Geld mehr, muss erst in Maputo zum Geldautomaten, so meine Taktik. Wir behalten solange deinen Führerschein, ihre. Bleibt mir nichts anderes über, als 12€ aus der Hosentasche zu zaubern, und der Deal ist gemacht. War eh schon wieder ein teuerer Tag.
Endlich der verzögerte Abschied aus Joburg. Noch einmal die Mädels( nochmals: die Hunde) streicheln, und los auf die Piste Richtung Graskop. Erst langweilige Autobahn durch ödes Agrarland, dann der Abzweig in die Berge. Zwar ist hier schon nur noch Holzmonokultur zu sehen, aber die Eukalyptus und Pinienwälder haben nach all der baumlosen Szenerie trotzdem ihren Charme. Sieht ein bisschen aus wie der Schwarzwald. Es geht auf über 1000 Meter und es wird merklich kühler. Aber tolle Aussichten, gute Strassen mit vielen Kurven machen mir und Rosie richtig Spass. In Graskop, einem verschlafenen kleinen Nest, finde ich auch sofort das Valley View Backpackers und damit Josef und Agnes. Und wir sind uns sofort sympathisch. Wieder ein Ort zum Wohlfühlen, nicht nur wegen der beiden, sondern scheinbar ziehen sie auch das entsprechende Publikum an. Drei tolle Tage in atemberaubender Landschaft, sagenhaften Biketouren und guten Unterhaltungen bis in den späten Abend…
Der Cyclone in Moçambique war auch ein Grund, länger zu bleiben, aber bei Nieselregen breche ich mein Lager in der so muckeligen Holzhütte ab und mach mich auf den Weg zur Grenze. Grenzüberquerungen nerven immer. Aber mit einem Helfer für 10 € ist alles sehr schnell erledigt. Das Visum ist super teuer( 65€), dafür der Zoll extrem schnell, und in 1 ner Stunde ist alles erledigt.
Mein Zuhause in Maputo wird das Fatima Backpackers. Auch hier hauen mich die Preise ganz schön um. Aber trotzdem fühle ich mich in dieser Stadt von Anfang an sehr wohl. Hat was von der afrikanischen Version von Havanna. Die Leute sind sehr freundlich und tiefenentspannt, man sitzt in unzähligen Cafes und Kneipen und lässt den lieben Gott einen guten Mann sein.
Leider hört meine Tiefenentspannung irgendwann auf. Mein Zimmer ist direkt hinter der Bar. Bis 1 Uhr Party und um 5 fährt der Bus nach Tofo. Jeder meint, es gäbe keinen anderen Menschen, der schlafen will. Das zum Thema Toleranz . Nur 4 Stunden Ruhe reichen mir letztendlich nicht. Aufbruch. Obwohl ich noch eine super Zeit mit drei Sikhs aus Indien hatte, die hier geschäftlich einsteigen wollen. Ich liebe Indien brauche die Abwechesung mal meine Zeit mit einem komplett anderen Kulturkreis zu verbringen . Sie kennen natürlich auch die guten indischen Restaurants, bleiben unter sich. Dafür gibt es das beste Chicken Tikka Masala seit langem. Headshake inbegriffen. Ich vermisse Indien. Nach diesem Abend könnte ich mich sofort dort hinbeamen, nur um etwas Abwechslung von Afrika zu haben. Abwechslung wäre schön.
Aber bekomme ich auf der Weiterfahrt.
510km nach Tofo. Maputo zeigt seine afrikanische Seite. Baustelle, nichts geht. Stau, aber jeder ist entspannt, keiner regt sich auf. Ich halte Smalltalk mit fast jedem Auto neben mir. Jeder kurbelt die Scheibe runter und ich muss 1000 Fragen beantworten. Ich bin das Unterhaltungsprogramm in der Warteschleife. Macht Spass, aber der Schweiss läuft unaufhalsam ohne den gewünschten Fahrtwind. Dann endlich… freie Fahrt bis Tofo. Landschaftlich eher eintönig, aber definitiv wieder back to Afrika. Strohhütten, und alte, rot gestrichene Gebäude der portugisischen Zeit mit dem Logo von Vodacom. Wer brauch hier schon Werbetafeln, wenn man das auch so an den Mann bekommt. Alles wäre hübscher, wenn jeder sein eigene Farbe wählen könnte..
Unter Tofo, dem Tauchspot schlechthin in der Region, hatte ich mir etwas mehr versprochen. Der Ort erscheint ohne jedglicher Struktur. Nicht beschaulich, mit nettem Ortskern, nicht alt gewachsen Alles liegt entlang einer Sandpiste. Überall Baustellen und unvollendete Gebäude. Dafür entschädigt der Blick aufs Wasser und den Strand.
Ich entscheide mich für eine Hütte in der Bamboozi Lodge. Aber erstmal ist handeln gefragt. Die Preise hauen mich auch wieder um. Ich will nicht 20 € für eine Basthütte bezahlen. Aber es regnet zeitweise wie aus Kübeln. Ich brauche ein besseres Dach, als nur das meines Zeltes. Also 15. Und ich will tauchen. Das ist die Gegend in der Welt, wo es angeblich bei jedem Tauchgang Mantas und Walhaie zu sehen gibt. Deshalb bin ich hier. Gleichgesinnte finde ich sofort. Ich verbringe eine super nette Zeit mit Arno und Johann, zwei hölländischen Soldaten, Alex und Winfried aus Österreich und, und,…
Erster Tauchgang, gleich einen Manta. Aber leider hat sich auch hier alles geändert. Wir hatten nur Glück. Seit 5 Monaten wurde kein Walhai mehr gesichtet und auch die Mantas machen sich rar. Niemand weiss warum. Klimawandel, chinesische Fischerboote, die immer näher an die Küste kommen? Haie, Fehlanzeige. War mal die Ecke der Welt mit der Sicherheit, Tigerhaie zu sehen. Keine Perspektive für Tauchbasen, wenn die Hauptattraktionen nicht mehr da sind. Viel steht zum Verkauf. Die Frustration macht sich
breit bei mir. Wieder mal Ausverkauf.
Trotzdem verbringe ich insgesamt 7 Tage hier. Das Bamboozi macht Spass. Black Jack Barman, wie der Name schon sagt, der mosambiquanische Barmann hier, war lange Zeit in Deutschland , spricht mit thüringer Akzent, und unterhält alle. Und der Blick aufs Meer ….und das schwimmen darin….. Ich warte noch auf die Sichtung von Walhaien, aber nichts. Also weiter.
Wieder recht eintönige Fahrt bis Vilankulo. Zwischendurch mal ein bisschen Regen, aber nicht der Rede wert. Ich komme trocken an und wundere mich über den Zustand der Strassen. Alles steht unter Wasser oder ist weggespült. Hier ist es so richtig zur Sache gegangen. Schlimmster Regen seit Jahren, so heisst es. Hab ich Schwein gehabt.
Ich nehme mir eine Hütte im Beach Village direkt am Strand, bekomme einen 40% Discount und gehe erst einmal zu den Fischern, um mir mein Abendessen zu kaufen. Riesige Rochen liegen am Strand und warten auf Kunden. Ein Trauerspiel. Nichts für mich.
Es wird Zeit, wieder ins Innland zu kommen. Ich rege mich hier nur auf. Also ab nach Simbabwe.










































































































































































































































































































































































